AURO - Unsere Pflanzenstoffe - page 38

SCHELLACK
DIE HARZIGE SUBSTANZ DER
KLEINEN LACKSCHILDLAUS
Ob als Politur, zur Restaurierung und Pflege von Möbeln,
in der Medizin oder für die von 1900 bis in die 1960ger
Jahre hergestellten Schallplatten: Schellack ist auch bis
heute in zahlreichen Anwendungen zu finden. Und dabei
spielt die circa ein bis zwei Millimeter kleine, weibliche
Lackschildlaus die größte Rolle: Sie sticht die Rinde der
Zweige vom Malabar-Lackbaum oder anderen Arten an
und verarbeitet den Pflanzensaft zu einer harzigen Sub-
stanz, auch Gummilack genannt.
Die Lackschildläuse
kerria lacca
leben auf Malabar-
Lackbäumen, Pappelbäumen oder anderen Pflanzenarten,
die im indischen Subkontinent zu finden sind. Auf saft-
reichen, jungen Trieben der Bäume werden die Schildläuse
gezüch-
tet, da
sich die
Tiere vom
Pflanzensaft des
Baumes ernähren.
Die weiblichen Tiere, die in
Kolonien leben, stechen die Rinde der Zweige an und neh-
men erhebliche Mengen Pflanzensaft, auch Pholemsaft
genannt, auf. Der von ihnen verarbeitete Saft der Wirts-
pflanze wird über ein Sekret ausgeschieden und bildet auf
den Oberflächen der Zweige eine feste Kruste. Gleichzei-
tig wird mit der Harzschicht die Brut der Insekten vor
extremen Temperaturen und vor Feinden geschützt.
Schellack wird zur Lackherstellung, speziell bei
Geigen- und Zupfinstrumenten, eingesetzt.
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